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Wie es leuchtet – 20 Jahre Mauerfall

Geschrieben von Gastautor am 10.11.2009 in der Kategorie: Bücher

Wie es leuchtet9.11. 1989: Strahlende Gesichter, Menschen, die sich in die Arme fallen, Trabis, die über die endlich offene DDR-Grenze fahren. Diese Bilder vom Fall der Berliner Mauer sind uns allen bekannt. Weniger hört man über die Einzelnen, die in diesem Strudel der Ereignisse nach Perspektiven suchten …

Thomas Brussig erzählt in seinem großartigen Roman Wie es leuchtet von der Aufbruchsstimmung vor diesem Tag, von der Unwirklichkeit des Moments und von der Ernüchterung danach. Er schreibt über Menschen, scharf beobachtend und ohne zu urteilen. Er gibt seinen Romanfiguren Gesichter und beschreibt sie in so vielen Feinheiten, dass man das Gefühl hat, sie zu kennen.

Die Personen erscheinen so echt, dass man kaum glauben kann, es mit rein fiktiven Charakteren zu tun zu haben. Brussig gibt einen Eindruck davon, wie es ist, wenn nichts mehr ist, wie es war: Eine Ordnung, die den Menschen die Luft zum Atmen nimmt, zerfällt – und plötzlich scheint alles möglich zu sein.

„Wie es leuchtet“ beeindruckt mit großer Leichtigkeit und einer Menschlichkeit, die das Buch lange nachwirken lässt. In die Luft geworfene Herbstblätter werden zum Symbol einer Revolution – doch als es regnet, fliegen die Blätter nicht mehr. Und nachdem die Freiheit erkämpft ist, wissen die Menschen nicht, was sie mit ihr anfangen sollen…

Geschrieben von: Verena Lugstein

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